Viele junge Menschen haben Interesse an einer ehrenamtlichen Arbeit in Entwicklungsländern. Die Zahl entsprechender Anfragen an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) überstieg in der Vergangenheit bei weitem das Angebot. Das BMZ hat daher den neuen, aus öffentlichen Mitteln geförderten Freiwilligendienst „weltwärts“ ins Leben gerufen.
„Lernen durch tatkräftiges Helfen“ ist das Motto des Freiwilligendienstes. weltwärts soll das Engagement für die Eine Welt nachhaltig fördern und versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen
einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Arbeit mit den Projektpartnern vor Ort in den Entwicklungsländern sollen die Freiwilligen unter anderem lernen, globale
Abhängigkeiten und Wechselwirkungen besser zu verstehen. Den Projektpartnern soll der Einsatz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zugute kommen.
weltwärts soll gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz fördern: Gemeinsames Arbeiten und Lernen kennt weder Rassismus noch Ausgrenzung. Der neue Freiwilligendienst wird einen wichtigen
Beitrag zur entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit leisten und den Nachwuchs im entwicklungspolitischen Berufsfeld fördern.
Mit weltwärts können junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren für 6 bis 24 Monate einen Freiwilligendienst in Entwicklungsländern leisten. Sie werden durch die Entsendeorganisationen intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet und während der gesamten Zeit ihres Freiwillgendiestes begleitet. Die Arbeitsfelder der Freiwilligen umfassen das gesamte Themenspektrum der aktuellen Entwicklungszusammenarbeit.
Der VNB (Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen ist vom BMZ offiziell anerkannt als Entsendeorganisation und entsendet dieses Jahr 13 Freiwillige in verschiedene Länder der Welt. Der VNB ist rechtlich und organisatorisch dem BMZ gegenüber verantwortlich. Zum VNB gehört u.a. das Peer-Leader Projekt.
Das Peer-Leader International Projekt ist das Aushängeschild des VNB. In diesem Projekt wird nicht nur über eine globale Zukunft gesprochen - hier wird sie gelebt.
Was sind Peer-Leader?
Jugendliche lernen am besten von anderen Jugendlichen. Sie wirken oft authentischer auf Gleichaltrige als Erwachsene. Sie sind vertraut mit Themen, Fragen und Gedanken Ihrer Altersklasse. Gleichzeitig erhöht ihre Vertrautheit mit dem sprachlichen Code ihrer Generation ihre Glaubwürdigkeit. So kann der in vielen Bereichen geschulte Peer-Leader als Multiplikator wichtiger Themen in seiner Generation fungieren.
Im Peer-Leader International Projekt vom Partnerschaftsverein Mirantao, arbeiten Peer Leader aus den Ländern Deutschland, Brasilien und Südafrika zusammen an globalen Themen wie "Gesundheit und Sport", "Nutzung von Medien und virtueller Kommunikation", "Kultur", "Politik" und "Umweltschutz"
Durch die intensive Zusammenarbeit der drei Länder, werden Parallelen und Differenzen klar sichtbar und das Verständnis füreinander wächst. Dieses globale Verständnis ist in Zeiten der sich immer schneller entwickelnden Globalisierung für ein weltweites Miteinander unendlich wichtig.
Aus diesem Grund reisen im August 2009 zum zweiten Mal Jugendliche aus Deutschland in Entwicklungs- und Schwellenländer um den kulturellen Austausch zu unterstützen und ihren Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.
(Nico Schlickum)