John Lindner
Peer Leader Projekt
Visconde de Mauá, Brasilien
Am 5. August 2009 sind Rebekka, Nico und Ich in Mauá, einem kleinen Dorf in den Bergen angekommen.
Wir wurden von unserer Südpartnerin Lea Caban empfangen und über die nächsten Schritte informiert. Ansonsten kann ich Lea jeden Tag sehen und wir haben einen regen Austausch, Sie kümmert sich sehr gut um mich und hat immer ein offenes Ohr, wenn man mal Jemanden zum Reden braucht.
Südpartnermäßig ist dieses Projekt top ausgestattet!
Da ich noch nie eine Fremdsprache “richtig gelernt habe (bilingual aufgewachsen), habe ich sehr mit der Sprache zu kämpfen gehabt, auch weil meine beiden Partner Freiwilligen schneller gelernt haben, da sie schon Vorkenntnisse in Portugiesisch und Spanisch hatten bin ich nicht so oft zum Zuge gekommen, wenn wir zusammen in brasilianischer Runde waren. In den letzten 4 Wochen habe ich jedoch einen enormen Schub verspürt, die sprachliche Grundausstattung ist jetzt da, ich kann mich verständigen und auf Portugiesisch von den Brasilianern weiter lernen. Jedoch war besonders der erste Monat sehr schwer, da die Leute hier kein Englisch sprechen war Kommunikation nur bedingt möglich.
Eine weitere Schwierigkeit war, dass auf Grund der Schweinegrippe die Schule an der ich arbeite vorrübergehend geschlossen war. So hat es einen Monat gedauert bis ich anfangen konnte Englischunterricht zu geben, das hat den Einstieg nicht erleichtert. Ohne Sprache und ohne Arbeit kommt man schlecht in Kontakt mit Leuten.
Auch jetzt bin ich durch meine Arbeit an der Schule als Englischlehrer und Teamer der Jugendgruppe “Peer Leader” noch nicht voll ausgelastet. Dies schafft allerdings Freiraum für eigene Projekte. So werde ich an der Schule ein Skateboard Projekt initiieren. Es soll darum gehen Jugendlichen die Möglichkeit geben sich selbstständig einen Freizeitort zu gestalten und Freizeitaktivität bieten. Eine Jugendgruppe wird einen Skatepark selbst entwerfen und die Konstruktion, Materialbeschaffung etc. wie auch die Durchführung unter meiner Leitung, assistiert von einer professionellen Kraft durchführen.
Das ist sehr besonders an diesem Projekt. Ich bin nicht in eine feste Struktur mit fest zugeschriebenen Aufgaben gekommen, sondern in ein Dreiländernetzwerk, was offen steht für Eigeninitiative. Es war teils überraschend für mich und fordert eine große Umstellung von meiner Seite, da ich bisher als Schüler feste Strukturen und Arbeitsabläufe gewohnt bin.
Ich sehe in diesem Projekt eine große Chance zur Selbstentfaltung und Persönlichkeitsentfaltung. Gleichzeitig birgt das Projekt viele Chancen für die örtliche Bevölkerung. Da es verankert ist in der örtlichen Schule, die Treffpunkt für Jugendliche aus der gesamten Region von Visconde de Mauá ist.